Pfad: Startseite > Rechtsprechung > Wertung der Angebote

Wertung der Angebote

Die von den Bietern eingereichten Angebote werden vom öffentlichen Auftraggeber in mehreren Schritten geprüft und gewertet. Diese Schritte sind zwar gedanklich strikt zu trennen, müssen aber nicht in einer bestimmten Reihenfolge durchgeführt werden. Im einzelnen gilt dabei folgendes:

  • Auftraggeber hat eine formelle Angebotsprüfung vorzunehmen. Dabei werden die Angebote ermittelt, die aufgrund eines Mangels von der Wertung auszuschließen sind. Ein Ausschluß erfolgt dabei unter anderem für Angebote,

    • in denen geforderte Erklärungen und Nachweise fehlen, soweit im Einzelfall nicht eine Nachforderung möglich ist,
    • die nicht form- oder fristgerecht eingegangen oder nicht unterschrieben sind,
    • in denen Änderungen des Bieters an seinen Eintragungen nicht zweifelsfrei sind,
    • in denen Änderungen an den Vertragsunterlagen vorgenommen worden sind oder
    • deren Bieter unzulässige, wettbewerbsbeschränkende Abreden getroffen haben.

  • Die Angebote sind daraufhin zu prüfen, ob sie einen angemessenen Preis aufweisen. Ein öffentlicher Auftraggeber darf den Zuschlag nämlich nicht auf Angebote erteilen, deren Preise in einem offenbaren Mißverhältnis zur Leistung stehen. Soweit sich im Einzelfall ein Angebot als ungewöhnlich niedrig erweist, besteht daher eine Pflicht des Auftraggebers, die Angemessenheit der Preise aufzuklären. Der Auftraggeber ist insofern berechtigt und verpflichtet, entsprechende Erläuterungen des betreffenden Bieters zu fordern. Bei der Frage, ob auch anderen Bietern ein Anspruch auf Einhaltung dieser Vorgaben zusteht, ist die Rechtsprechung allerdings recht zurückhaltend.
  • In der Angebotswertung im engeren Sinne ermittelt der öffentliche Auftraggeber das wirtschaftlichste Angebot, auf das der Zuschlag erteilt werden soll. Diese Bewertung erfolgt anhand der zuvor festgelegten Zuschlagskriterien und deren jeweiliger prozentualer Gewichtung. Im Anwendungsbereich des GWB-Vergaberechts sind diese Kriterien und Gewichtungen den Bietern spätestens in den Vergabeunterlagen mitzuteilen. Neben einer differenzierten Betrachtung der Wirtschaftlichkeit (Preis-Leistungs-Verhältnis) dürfte jedoch auch eine rein preisliche Wertung der Angebote zulässig sein. Bei der Anwendung der benannten Zuschlagskriterien steht dem Auftraggeber zudem ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Da Eignungsprüfung und Angebotswertung strikt voneinander zu trennen sind, dürfen allerdings eignungsbezogene Aspekte bei der Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebots nur in Ausnahmefällen berücksichtigt werden.

Zur Wertung der Angebote wird auf folgende Entscheidungen hingewiesen:

Zum Seitenanfang

Ein Informationsdienst der Kanzlei

Kontaktdaten

Boesen Rechtsanwälte

Kaiser-Friedrich-Straße 3
53113 Bonn

Telefon: +49 228-215290
Telefax: +49 228-215491

Internet: www.boesen.de

Zum Kontaktformular

Anmeldung

Bitte Nutzernamen und Paßwort eingeben, um Zugang zu geschützten Inhalten zu erhalten:

Paßwort vergessen?

Zur Registrierung neuer Nutzer

Suche

Newsletter

Informationen über aktuelle Entscheidungen und Entwicklungen aus dem Vergaberecht:

Letzte Ausgabe des Newsletters

Registrierte Nutzer können den Newsletter per E-Mail erhalten (Aktivierung in den Nutzerdaten).